Biomarker für Depressionen
- Anna Förster
- 24. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
Wir sind immer noch total begeistert! Nach langer Bewerbungs- und Vorbereitungszeit haben wir endlich grünes Licht für unser nächstes großes Projekt bekommen: Biomarker gegen Depressionen. Dank des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten wir staatliche Förderung, um unserer Vision ein Stück näher zu kommen. Doch worum geht es dabei?
Psychische Erkrankungen wie Depressionen haben in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Das Bewusstsein für dieses einst tabuisierte Thema wächst allmählich. Gerade jetzt, während der Corona-Krise, ist die psychische Gesundheit wichtiger denn je. Konkrete Zahlen zeigen, dass jährlich etwa 27,8 % der erwachsenen deutschen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen sind. Dabei handelt es sich allerdings nur um gemeldete Fälle; die Dunkelziffer liegt deutlich höher.
Das Projekt
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn eine objektive Methode zu entwickeln, mit der sich psychische Erkrankungen wie Depressionen gezielter, früher und zuverlässiger diagnostizieren lassen. Das Stichwort lautet Biomarker. Dabei handelt es sich um messbare Indikatoren, die das Vorliegen einer Erkrankung bestätigen können. Biomarker sind uns allen aus Blutuntersuchungen und Labortests bekannt. Objektive Messungen werden bei psychischen Erkrankungen jedoch selten eingesetzt.
Einige Ärzte nutzen EEG-Daten bereits zur Diagnoseunterstützung. Die Auswertung ist jedoch meist rein subjektiv und erfordert viel Übung. Zudem funktioniert sie nur bei eindeutigen Fällen. Daher fehlt vielen Hausärzten, die oft die ersten Patienten mit Depressionen sind, die notwendige Ausrüstung und das Fachwissen. Hier kommen wir ins Spiel.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Diagnosesystems, das mithilfe trainierter künstlicher Intelligenz eine automatische Auswertung der gemessenen Gehirnströme generiert. Hierzu wird ein verkleinertes medizinisches EEG-System eingesetzt. Auf Anfrage bieten wir Praxen ein Leasingmodell für die Geräte, denn ein vollwertiges EEG-Gerät kostet etwa so viel wie ein Mittelklassewagen. Die breite Verfügbarkeit unseres Systems ist ein zentraler Aspekt seiner Entwicklung.
Der erstellte Bericht soll es uns und unseren Kollegen zukünftig ermöglichen, früher einzugreifen und bessere Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Möglichkeit einer Diagnose im Frühstadium der Erkrankung kann das Risiko von Behandlungsverzögerungen und Fehlbehandlungen deutlich minimieren.
Bis alles wie geplant läuft, wird es noch 2-3 Jahre dauern. Aber der erste Schritt ist getan!
Wenn Sie mehr erfahren möchten über EEG und Neurofeedback , zu diesen Themen finden Sie auf unserer Website zahlreiche Informationen.


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